aufmerkamkeitsschwaches windhuk

Tag 1. Intuitiv haben wir wohl die richtige Maschine erwischt, und so landen wir zwei Stunden später in Windhuk. Wir setzen die geschwollenen Füße auf afrikanischen Boden und recken unsere zerknitterten Gesichter in Richtung afrikanischer Sonne. Am Flughafen von Windhuk trifft die Reisegruppe erstmals komplett aufeinander: 21 reisewütige Menschen, die laut Katalog 20 bis 35 Lebensjahre hinter sich haben. Vorsichtiges Beschnuppern. Die Bilanz: zwei Pärchen, drei Männer – und der Rest Frauen. Hauptsache, kein Zickenterror. Von 20 bis Mitte 40 ist alles dabei.

Erstaunlicherweise pickt sich jeder ein Gepäckstück vom Band, nichts ist unterwegs falsch abgebogen. In der Wartehalle treffen wir auf Werner, unseren Guide, der uns die nächsten Tage quer durch Afrika führen wird. Sein erster Auftrag: Wir sollen Geld beschaffen, damit wir die nächsten Tage über die Runden kommen. Leichter gesagt als getan. Der Geldautomat am Flughafen akzeptiert keine EC-Karte, nur VISA mit Pin. VISA habe ich dabei, aber eine Pin? Hat meine Karte noch nie gesehen. Glücklicherweise taucht im Handgepäck ein 50-Euro-Schein auf, den ich in namibische Dollar wechseln kann. Das geht ja gut los.

Voll bepackt marschiert die frisch geformte Reisegruppe nach draußen, um unseren fahrbaren Untersatz für die nächsten Wochen zu bestaunen: einen opulenten Truck mit allerlei Stauraum. In einer epischen Zeremonie laden wir unser Gepäck ein. Spätestens jetzt weiß jeder, warum in den Reiseunterlagen Maße für die Packstücke angegeben waren…

Nachdem alles sicher verstaut ist, geht es – nein, nicht wie jeder erwartet, ins Hotel, um sich frisch zu machen, sondern – ins Stadtzentrum. Wir schauen uns Windhuk an. Schockstarre. Direkt nach dem Flug durch die Stadt marschieren?! Das Aufmerksamkeitslevel ist extrem gering, aktive Mitarbeit bei Wissensfragen reines Wunschdenken des Guides. Independence Avenue, Alte Feste, Reiterdenkmal, Christuskirche – keine Ahnung, was uns alles präsentiert wurde. Gedanklich stand ich genüsslich unter der Dusche. Ein Teil der Fotos beweist allerdings das Gegenteil:

Supreme Court, Windhuk

Supreme Court, Windhuk

Alte Feste, Windhuk

Alte Feste, Windhuk

Reiterdenkmal, Windhuk

Reiterdenkmal, Windhuk

Ostdeutsche Provinzen? In Windhuk?

Ostdeutsche Provinzen? In Windhuk?

Nach ein bisschen Kultur begegnen wir den ersten Tieren: Einer Gottesanbeterin gewähre ich einen Moment auf meiner göttlichen Touristenhand, den Gecko lass ich dann doch lieber in der Sonne sitzen:

Gottesanbeterin

Gottesanbeterin

Gecko, Sonnenanbeter

Gecko, Sonnenanbeter

Nach dieser wilden Mischung aus Afrika und deutschen Relikten geht es ins Hotel, in dem sich jeder über warmes, fließendes Wasser freut und erst einmal in Ruhe ankommen kann. Üppige 2,5 Stunden Freizeit – die wohl einzigen, die wir auf dieser Reise haben sollten…

In Joe’s Beerhouse wird am Abend fürstlich gespeist. In den hungrigen, deutschen Magen wandert ein vorzügliches 3-Gänge-Menü, bestehend aus:

  • Oryx Carpaccio (Carpaccio vom Spießbock)
  • Namib Bush Fire (Straußen-, Springbock- und Spießbock-Filet an Rotweinsauce mit grünen Bohnen und straw potatoes)
  • Mousse au chocolat mit Pekannüssen

So lässt es sich leben…

Advertisements

@ny comment?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s