in the air tonight

Tag 8. Noch immer sitzt uns ein bisschen Rest-Stress vom gestrigen, gnadenlosen Transfertag in den Knochen, aber wir kriechen regelrecht euphorisch zu früher Stunde aus unseren Schlafsäcken. Botswana wartet auf uns! Doch bevor wir aufbrechen und Namibia verlassen, dringt uns eine Mischung aus Schnurren, Knurren und Schnauben ins Ohr: unser erster (und einziger) Leopard!

"Tornado", unsere Leoparden-Dame im Camp

„Tornado“, unsere Leoparden-Dame im Camp

Leopard im Morgenmantel

Leopard im Morgenmantel

Das Leoparden-Frauchen hört auf den klangvollen Namen „Tornado“ und wohnt in einem riesigen Areal direkt am Camp. Ein klassischer Zaun trennt ihr Grundstück von unserem, sodass die gewünschten Streicheleinheiten leider ausbleiben müssen.

Auf der Liste der „Big Five“ – bestehend aus Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard – setzen wir damit den vierten Haken. Jetzt fehlt nur noch der Büffel, und alle Erwartungen ruhen auf unserem nächsten Reiseland – Botswana. Mit einem druckfrischen Stempel im Pass stolzieren wir zu Fuß über die Grenze.

Monotone Straßen liegen uns zu Füßen.

Endlose Straßen. Aber allemal besser als Schotterpiste.

Endlose Straßen. Aber allemal besser als Schotterpiste.

Für die einzige Abwechslung sorgt eine Mittagspause, die wir bequem am Straßenrand verbringen. Schatten spendende Bäume nehmen uns erfreut entgegen. Nach einer Portion Pasta vernaschen wir kollektiv Jimmy, unsere Melone, die wir so lange mit herum gefahren haben, dass wir es als würdig ansahen, ihr einen Namen zu verpassen. Jimmy wurde rot. Und war süß.

Knabbern an Jimmy, unserer Melone

Knabbern an Jimmy, unserer Melone

Am späten Nachmittag erreichen wir Maun – seit Windhuk (ganz am Anfang der Reise) die erste halbwegs echte Stadt. Hier haben wir die letzte Möglichkeit, uns Proviant zu beschaffen, bevor wir in die Wildnis aufbrechen. Es fühlt sich an wie das letzte Shoppen vor Weihnachten. Man muss an alles denken, denn danach sind zwei Feiertage, an denen man eiskalt von der Nahrungsmittelindustrie abgeschnitten ist. Unser Guide rät uns zu zwei Wasserkanistern mit jeweils fünf Litern. Bitte? Zehn Liter Wasser für drei Tage?! Für eine Reise in ein Gebiet, in dem es keine Toilette gibt?! Na gut. Wie die Packesel schlappen wir aus dem Supermarkt heraus und verstauen unsere Hamsterkäufe im Bus.

Am Nachmittag gönnen wir uns einen Rundflug über das Okavangodelta, um uns von oben schon mal auf das große Abenteuer einzustimmen! Jeder auf seine Weise – denn wir werden in drei Gruppen eingeteilt: „Weicheier“, „Mittelklasse“ und „Lebensmüde“. Da sich mein Magen schon den ganzen Tag mit den Malaria-Tabletten kabbelt, verzichte ich aufs Kamikaze-Fliegen und sortiere mich gemächlich in der Mittelklasse ein. Dass man uns auf dem Flughafen so lange warten lässt, drückt ein wenig auf die Stimmung. Tagelang werden wir gescheucht, als wären wir auf der Flucht, und jetzt vertrödeln wir die Zeit an einem Miniatur-Flughafen mitten in der Pampa.

Dann geht es endlich los! Wir schießen noch ein paar Erinnerungsfotos und marschieren übers Rollfeld zu den winzigen Maschinen.

Die "Mittelklasse-Flieger" vor dem Abflug

Die „Mittelklasse-Flieger“ vor dem Abflug

Zu siebt quetschen wir uns hinein, eine andere Gruppe ist nur zu dritt.

Ganz schön eng, das Kleinflugzeug, aber jeder findet seinen Platz.

Ganz schön eng, das Kleinflugzeug, aber jeder findet seinen Platz.

Und hoch!
So eine kleine Maschine macht ganz schön Lärm – die ganze Zeit haben wir ein lautes Brummen im Ohr. Aber immerhin, sie liegt ruhig in der Luft. Während des Fluges frage ich mich: „Wenn das jetzt Mittelklasse ist, was ist dann Weichei?!“ Etwas mehr Action hatte ich mir schon gewünscht. Butterweich gleiten wir durch den blauen Himmel, nicht ein einziges Luftloch, kein Sturzflug, keine wilden Kurven. Gähn. Wäre ich mal lieber in den Kamikaze-Flieger gestiegen. Aber wir sind ja nicht zum Meckern angereist, sondern, um die schöne Aussicht zu genießen – und das fällt nicht schwer. Von oben haben wir einen sensationellen Blick auf das Okavangodelta mit all seinen opulenten Wasserstraßen. Ein Adlerauge sitzt vor mir und deutet mit dem Finger immer wieder auf Tiere, die unten entlang spazieren: Elefanten, Giraffen und allerlei andere Wesen, die ich – weil ich den Blick in die Ferne schweifen lasse – immer nicht sehe. Am liebsten hätten wir den Piloten angestupst und ihn angewiesen, mal etwas tiefer zu fliegen, damit man nicht nur Silhouetten erkennt! Aber wir sind ja nicht da, um zu meckern. Schön ist es da oben… und da unten…

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Von oben sehen wir nicht nur einen zauberhaften Sonnenuntergang, sondern auch, wie ein Buschfeuer wütet und die beeindruckende Landschaft gnadenlos zerstört.

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Okavangodelta aus der Vogelperspektive

Ein Buschbrand zerstört die beeindruckende Natur.

Ein Buschbrand zerstört die beeindruckende Natur.

Nach etwa einer Stunde setzen wir zur Landung an.

Heil gelandet.

Heil gelandet.

Zwei Mittelklasse-Flieger - besser als Bruchpiloten

Zwei Mittelklasse-Flieger – besser als Bruchpiloten

Etwas mehr Action wäre fantastisch gewesen, aber so gerät der Adrenalin-Haushalt wenigstens nicht unnötig aus dem Gleichgewicht. Wir brauchen unsere Kräfte für die Wildnis. Morgen…

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