bush walk ohne bush talk

Nach sagenhaften drei Stunden Freizeit sind wir regelrecht erleichtert, als wir wieder beschäftigt und bespaßt werden: Unsere erste Busch-Wanderung steht an – mit dem Ziel, wilde Tiere aufzuspüren. Damit das gelingt, werden wir in vier Grüppchen eingeteilt, mit jeweils einem Ortskundigen ausgestattet und mit den Spielregeln vertraut gemacht.

  1. Touristenhaut wird in Tarnfarben gehüllt. Wer knallrot trägt, darf sich umziehen.
  2. Still sein, es wird LEISE durch den Busch geschlichen.
  3. Es wird brav im Gänsemarsch gelaufen, nicht wild durcheinander. So sind wir für Tiere nur „Eins“ statt „Viele“.
  4. Alles hört auf die Kommandos des Gruppenführers.

Alles klar. Die Gruppen strömen in alle Richtungen aus. Mit einem simplen Wanderstock bewaffnet spaziert der Führer eines Touristenrudels, nennen wir ihn „Guide“, vornweg, wir Camping-Urlauber marschieren gespannt hinterher.

Der erste Stopp meiner Kompanie ist ein Termitenhügel, der sich wunderbar eignet, um die Gegend nach Tieren zu scannen. Ich muss zugeben, die Stabilität des Termitenschlösschens überrascht mich. Anstelle eines fluffigen Sandhügels ist das ein recht massiver Tempel für dieses wild wuselnde Volk und zudem ein hervorragendes Aussichtsplattförmchen für uns.

Der überraschend stabile Termitenhügel ist ein perfekter Beobachter-Posten.

Der überraschend stabile Termitenhügel ist ein perfekter Beobachter-Posten.

Der Guide erspäht Zebras in der Ferne. Strammen Schrittes hasten wir in die von ihm angedeutete Richtung. Und dann sehen auch wir sie: eine kleine Zebra-Herde. Hier – inmitten der Wildnis. Wir schleichen uns heran, ganz leise, um sie nicht zu erschrecken oder gar zu verscheuchen. Ein Ast knackt – schwupp, gucken alle Zebras in unsere Richtung. Wir halten kurz den Atem an. Ein erster gestreifter Angsthase tritt die Flucht an, aber da ihm die anderen nicht folgen, merkt er schnell, dass er überreagiert hat und trabt langsam wieder zurück zur Herde. Da stehen wir nun: Touristenrudel – in der Unterzahl – gegen Zebraherde. Nur wenige Meter liegen zwischen uns.

Das erste Zebra in der Wildnis! Was macht es an diesem Termitenhügel?

Das erste Zebra in der Wildnis! Was macht es an diesem Termitenhügel?

Die Zebras haben uns gehört! Jetzt stehen wir unter Beobachtung.

Die Zebras haben uns gehört! Jetzt stehen wir unter Beobachtung.

Gegen uns Touristen sind die Zebras deutlich in der Überzahl.

Gegen uns Touristen sind die Zebras deutlich in der Überzahl.

Nachdem die Herde ruhig von dannen gezogen ist, stapfen auch wir weiter. Es dauert nicht lange, da stoppt der adleräugige Guide vor einem elefantösen Fußabdruck. Wir Laien müssen schon genau hinsehen, um diesen gigantischen Taps auf dem sandigen Boden zu erkennen. Unsere auf Tier getrimmten Augen lernen nun, nicht nur nach den Lebewesen selbst, sondern vor allem nach ihren Fährten Ausschau zu halten.

Ein wachsames Auge erkennt hier eine Elefantenspur im Sand.

Ein wachsames Auge erkennt hier eine Elefantenspur im Sand.

Die Analyse der Spur ergibt jedoch, dass der graue Riese nicht direkt hinter uns im Busch lauert, sondern schon vor einigen Stunden hier vorbei gezogen sein muss. Schade eigentlich.

Nach anderthalb Stunden neigt sich unsere erste Wanderung ihrem Ende zu und wir erreichen kurz nach Sonnenuntergang das Camp. Immerhin, wir haben Zebras gesehen! Und ein paar Krabbeltierchen.

Eine recht opulente Ameise auf Wanderschaft

Eine recht opulente Ameise auf Wanderschaft

Bei den Termiten gibt es auffällige Größenunterschiede zwischen Königin und Arbeiterin.

Bei den Termiten gibt es auffällige Größenunterschiede zwischen Königin und Arbeiterin.

Abends ist die Natur in wundervolles Licht getaucht.

Abends ist die Natur in wundervolles Licht getaucht.

Dieser kleine Spaziergang, auch bush walk genannt, ist ein Vorgeschmack auf den kommenden Tag, denn dann brechen wir in den frühen Morgenstunden zu einem vierstündigen Marsch durch die Wildnis des Okavangodeltas auf. Damit wir dafür genug Kraft haben, lassen wir den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.

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