in the air tonight

Tag 8. Noch immer sitzt uns ein bisschen Rest-Stress vom gestrigen, gnadenlosen Transfertag in den Knochen, aber wir kriechen regelrecht euphorisch zu früher Stunde aus unseren Schlafsäcken. Botswana wartet auf uns! Doch bevor wir aufbrechen und Namibia verlassen, dringt uns eine Mischung aus Schnurren, Knurren und Schnauben ins Ohr: unser erster (und einziger) Leopard!

"Tornado", unsere Leoparden-Dame im Camp

„Tornado“, unsere Leoparden-Dame im Camp

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sitzfleisch-schikanen

Tag 7. Diesen Tag kann man in der Reisehistorie getrost überspringen. Ein „Transfertag“, wie er im Buche steht: Laut Reisebeschreibung fahren wir von Swakopmund auf dem Trans-Kalahari Highway bis in die Ausläufer der Kalahari. Mag sein. Zwischen Essen und Schlafen ist uns das gar nicht so bewusst. Kein einziges Foto. Wir kleben groggy an unseren Truck-Fensterscheiben, lassen uns von der Sonne braten und versuchen die schier endlosen Kilometer im Schlafmodus zu überbrücken. Abends ist unser Sitzfleisch „gut durch“ und wir schlagen kurz vor der Grenze zu Botswana unsere Zelte auf. Die letzte Nacht in Namibia. Und die erste mit unseren Traum-Verstärkern namens Malarone, einem „prophylaktischen und therapeutischen Arzneimittel gegen Malaria“, das wir beim Abendessen verbotenerweise, aber genüsslich mit einem Becherchen Wein herunterspülen. Der Beipackzettel verspricht neben eher langweiligen Begleiterscheinungen wie Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen auch spektakuläre Erfahrungen namens „wilde Träume“ und „Persönlichkeitsstörungen“. Prost! Und gute Nacht…

woman on the moon

Immer noch Tag 6. Nach der feuchtfröhlichen Ausfahrt in die Walfischbucht (ohne Walfisch) ist der Tag noch lange nicht zu Ende. Vom Hafen aus werden wir in die Stadt chauffiert und navigieren uns eigenständig zurück in unsere Pension. Swakopmund ist glücklicherweise ausreichend groß, um ein Foto-Fachgeschäft zu beherbergen, in dem ich dem Genörgel meiner Kamera stattgebe und ihr eine neue Speicherkarte spendiere. Außerdem wandert ein wohltuendes Blätterteigstückchen einer deutschen Bäckerei in meinen Magen, um das nach-austerliche Durcheinander wieder aufzulösen.

Am Unterschlupf zersplittert die Reisegruppe in überraschend viele Einzelelemente, da der Nachmittag für individuelle Aktivitäten zur Verfügung steht. Ein Großteil bricht zu einer Quad-Tour durch die Sanddünen der Namib auf, andere bummeln auf einer „Township-Tour“ durch die Stadt, wieder andere postieren sich auf dem Rücken von Pferden, um die Gegend zu erkunden – und ich starte zusammen mit meiner Zeltkumpanin in die viel versprechende „Mondlandschaft“.

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austernzucht in walfischbucht

Tag 6. Statt auf staubigem Untergrund schlagen wir unsere müden Äuglein diesmal in den weichen Betten des Dunedin Star auf. Der Wunsch nach Ausschlafen – Fehlanzeige. Pünktlich 7 Uhr sitzen wir schon frisch geduscht, gekämmt und partiell geföhnt beim Frühstück und witzeln über die Trägheit des Küchenpersonals bei der Zubereitung zweier verfügbarer Menüs. Wasser für Kaffee und Tee werden möglicherweise aus kilometerweit entfernten Brunnen geholt…

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ein seelöwe mäht selten allein

Nach ein paar Stunden Wüsten-Geschaukel erreichen wir tatsächlich den Atlantik und folgen der Küste bis Cape Cross. Die auch als Kreuzkap bezeichnete Landspitze rühmt sich, im Januar 1486 erstmals von portugiesischen Füßen betreten worden zu sein. Seefahrer und Entdecker Diego Cão errichtete dort im Auftrag seines Königs ein Steinkreuz – was wir als gute, deutsche Touristen leider nicht zu sehen bekommen. Oder war ich nur unaufmerksam?!

Auch ohne das historische Kreuz erinnert sich wohl jeder von uns an Cape Cross – insbesondere unsere Nasen. Als wir aus dem Bus steigen, atmen wir tief ein – in der Hoffnung, nach all der trockenen Wüstenluft endlich eine schöne, feuchte Meeresbrise durch die Atemwege sausen zu lassen. Doch der erste Luftzug entpuppt sich als fatal und verführt manche zu Würgereflexen. Es riecht nicht nach Sonne, Strand und Meer, sondern exorbitant nach nassem Seehund. Willkommen an einer der größten Seelöwen-Kolonien der Welt!

Cape Cross, eines der größten Seelöwen-Sammelgebiete weltweit

Cape Cross, eines der größten Seelöwen-Sammelgebiete weltweit

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wüste(n) entdeckungen

Tag 5. Obwohl wir uns am Vorabend schaurigste Gruselgeschichten am Lagerfeuer erzählt haben, ist allen ein ruhiger Schlaf vergönnt. Noch bevor es hell wird, krabbeln wir leicht fröstelnd – mehr oder weniger schwungvoll – aus unseren Schlafsäcken. Wie immer muss alles zügig gehen: Die Zelte müssen noch vor Sonnenaufgang abgebaut sein. Zack, zack, dann sprinten wir auf den Felsen, um zu sehen, wie die Sonne aus ihrem Bettchen kriecht.

Sonnenaufgang in Kamanjab

Sonnenaufgang in Kamanjab

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zu gast bei village people

Mittags erreichen wir unser Camp in Kamanjab. So stellt man sich Afrika vor. Haben wir unseren Etoscha-Schlafplatz eher in die Schublade mit der Aufschrift „Edel-Camp“ gesteckt, ziehen wir heute das Register „Natur pur“. Wir parken auf einem großen, leeren Platz – ohne ein Duschhäuschen, eine Bar oder ähnliche Bauten. Da ist nichts. Nur ein riesiger Felsen. Und riesig meint nicht „ein Stückchen größer als ich“, was ja keine Kunst ist, sondern wirklich riesig! Unterhalb des Felsens ist eine kleine Steinmauer. Was macht die da? Ein Blick dahinter verrät: Es ist eine Toilette! Eine richtige Toilette mit Wasserspülung. Mitten in der Wildnis. Klingt komisch, ist aber so. Nebenan wohnt eine Dusche. Eine richtige Dusche mit fließend Wasser. Unter freiem Himmel.

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