fango im okavango

Tag 10. Die erste Busch-Nacht haben wir unverletzt überstanden. Keines unserer Zelte ist nachts von einem Elefanten platt gelatscht und keiner der nächtlichen Toilettengänger bzw. Erdloch-Geschäftemacher von einem Wildtier überrascht oder angeknabbert worden. Noch vor Sonnenaufgang brechen wir zu einem ausgedehnten bush walk auf – ohne Frühstück im Magen. Das einzige, das wir uns einverleiben können, sind Instant Kaffee und harte Kekse. Auf den Okavango-Kaffee verzichte ich, der Keks verschwindet als Not-Ration in meiner Hosentasche. Eine weise Entscheidung.

Weiterlesen

Advertisements

bush walk ohne bush talk

Nach sagenhaften drei Stunden Freizeit sind wir regelrecht erleichtert, als wir wieder beschäftigt und bespaßt werden: Unsere erste Busch-Wanderung steht an – mit dem Ziel, wilde Tiere aufzuspüren. Damit das gelingt, werden wir in vier Grüppchen eingeteilt, mit jeweils einem Ortskundigen ausgestattet und mit den Spielregeln vertraut gemacht.

  1. Touristenhaut wird in Tarnfarben gehüllt. Wer knallrot trägt, darf sich umziehen.
  2. Still sein, es wird LEISE durch den Busch geschlichen.
  3. Es wird brav im Gänsemarsch gelaufen, nicht wild durcheinander. So sind wir für Tiere nur „Eins“ statt „Viele“.
  4. Alles hört auf die Kommandos des Gruppenführers.

Alles klar. Die Gruppen strömen in alle Richtungen aus. Mit einem simplen Wanderstock bewaffnet spaziert der Führer eines Touristenrudels, nennen wir ihn „Guide“, vornweg, wir Camping-Urlauber marschieren gespannt hinterher.

Weiterlesen

irgendwo im nirgendwo

Tag 9. Mit verknittertem Gesicht und müden Äuglein werden wir am frühen Morgen zu Höchstleistungen gepeitscht. Es heißt Packen. Packen mit Verstand. Wir reisen für drei Tage in die Wildnis. Für alles, das wir vergessen, gibt es keinen Ersatz. Akribisch schmeißt jeder seine Sachen auf einen Haufen: Zelt, Matratze, Schlafsack, einen Rucksack und die opulenten Wasserkanister. Am Ende haben wir einen gigantischen Berg an Krempel, und wir brechen in hysterisches Gelächter aus, als wir sehen, welches Wägelchen uns abholt. Wie sollen wir darauf alles verstauen?!

Auf dieses Wägelchen muss Gepäck von mehr als 20 Leuten für drei Tage!

Auf dieses Wägelchen muss Gepäck von mehr als 20 Leuten für drei Tage!

Weiterlesen

zu gast bei village people

Mittags erreichen wir unser Camp in Kamanjab. So stellt man sich Afrika vor. Haben wir unseren Etoscha-Schlafplatz eher in die Schublade mit der Aufschrift „Edel-Camp“ gesteckt, ziehen wir heute das Register „Natur pur“. Wir parken auf einem großen, leeren Platz – ohne ein Duschhäuschen, eine Bar oder ähnliche Bauten. Da ist nichts. Nur ein riesiger Felsen. Und riesig meint nicht „ein Stückchen größer als ich“, was ja keine Kunst ist, sondern wirklich riesig! Unterhalb des Felsens ist eine kleine Steinmauer. Was macht die da? Ein Blick dahinter verrät: Es ist eine Toilette! Eine richtige Toilette mit Wasserspülung. Mitten in der Wildnis. Klingt komisch, ist aber so. Nebenan wohnt eine Dusche. Eine richtige Dusche mit fließend Wasser. Unter freiem Himmel.

Weiterlesen