sitzfleisch-schikanen

Tag 7. Diesen Tag kann man in der Reisehistorie getrost überspringen. Ein „Transfertag“, wie er im Buche steht: Laut Reisebeschreibung fahren wir von Swakopmund auf dem Trans-Kalahari Highway bis in die Ausläufer der Kalahari. Mag sein. Zwischen Essen und Schlafen ist uns das gar nicht so bewusst. Kein einziges Foto. Wir kleben groggy an unseren Truck-Fensterscheiben, lassen uns von der Sonne braten und versuchen die schier endlosen Kilometer im Schlafmodus zu überbrücken. Abends ist unser Sitzfleisch „gut durch“ und wir schlagen kurz vor der Grenze zu Botswana unsere Zelte auf. Die letzte Nacht in Namibia. Und die erste mit unseren Traum-Verstärkern namens Malarone, einem „prophylaktischen und therapeutischen Arzneimittel gegen Malaria“, das wir beim Abendessen verbotenerweise, aber genüsslich mit einem Becherchen Wein herunterspülen. Der Beipackzettel verspricht neben eher langweiligen Begleiterscheinungen wie Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen auch spektakuläre Erfahrungen namens „wilde Träume“ und „Persönlichkeitsstörungen“. Prost! Und gute Nacht…

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woman on the moon

Immer noch Tag 6. Nach der feuchtfröhlichen Ausfahrt in die Walfischbucht (ohne Walfisch) ist der Tag noch lange nicht zu Ende. Vom Hafen aus werden wir in die Stadt chauffiert und navigieren uns eigenständig zurück in unsere Pension. Swakopmund ist glücklicherweise ausreichend groß, um ein Foto-Fachgeschäft zu beherbergen, in dem ich dem Genörgel meiner Kamera stattgebe und ihr eine neue Speicherkarte spendiere. Außerdem wandert ein wohltuendes Blätterteigstückchen einer deutschen Bäckerei in meinen Magen, um das nach-austerliche Durcheinander wieder aufzulösen.

Am Unterschlupf zersplittert die Reisegruppe in überraschend viele Einzelelemente, da der Nachmittag für individuelle Aktivitäten zur Verfügung steht. Ein Großteil bricht zu einer Quad-Tour durch die Sanddünen der Namib auf, andere bummeln auf einer „Township-Tour“ durch die Stadt, wieder andere postieren sich auf dem Rücken von Pferden, um die Gegend zu erkunden – und ich starte zusammen mit meiner Zeltkumpanin in die viel versprechende „Mondlandschaft“.

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wüste(n) entdeckungen

Tag 5. Obwohl wir uns am Vorabend schaurigste Gruselgeschichten am Lagerfeuer erzählt haben, ist allen ein ruhiger Schlaf vergönnt. Noch bevor es hell wird, krabbeln wir leicht fröstelnd – mehr oder weniger schwungvoll – aus unseren Schlafsäcken. Wie immer muss alles zügig gehen: Die Zelte müssen noch vor Sonnenaufgang abgebaut sein. Zack, zack, dann sprinten wir auf den Felsen, um zu sehen, wie die Sonne aus ihrem Bettchen kriecht.

Sonnenaufgang in Kamanjab

Sonnenaufgang in Kamanjab

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